Wie die Klänge dieser Seite entstehen
Keiner der 42 Klänge ist aufgenommen, gekauft oder aus fremdem Material geschnitten. Jeder wird beim Bau dieser Seite aus einer Rechenvorschrift erzeugt.
Warum nicht gesampelt wird
Die bekannten Soundboards leben von Ausschnitten aus Filmen, Serien, Spielen und Fernsehsendungen. Das ist der Grund für ihre Beliebtheit und zugleich ihr Problem: An diesen Ausschnitten bestehen Rechte, die niemand abgetreten hat. Wer sie weiterverwendet, trägt das Risiko mit.
Diese Seite geht den anderen Weg. Weil jeder Klang hier aus Zahlen entsteht, gibt es niemanden, dessen Rechte berührt sein könnten. Das schränkt die Auswahl ein – bestimmte Dinge lassen sich nicht rechnen, sondern nur aufnehmen – und macht dafür alles, was hier liegt, uneingeschränkt verwendbar.
Wie das technisch funktioniert
Ein digitaler Klang ist eine Zahlenfolge: Für jede Sekunde werden 22.050 Werte angegeben, die beschreiben, wie weit die Lautsprechermembran in diesem Augenblick ausgelenkt ist. Alles, was man hört, ergibt sich aus dem Verlauf dieser Zahlen.
Ein reiner Ton ist eine Sinusschwingung: Die Zahlen folgen einer gleichmäßigen Welle, deren Frequenz die Tonhöhe bestimmt. Rauschen ist das Gegenteil – Zufallszahlen ohne jedes Muster. Zwischen diesen beiden Polen liegt alles andere: Eine Rechteckwelle springt zwischen zwei Werten und klingt dadurch hohl und schneidend; ein Klang, dessen Energie über die Zeit abfällt, wird als Anschlag wahrgenommen; mehrere Töne mit leicht verschiedenen Frequenzen erzeugen eine Schwebung.
Aus diesen wenigen Bausteinen entstehen die acht Gruppen dieser Seite. Regen ist gefiltertes Rauschen mit aufgesetzten Einzeltropfen, ein Glockenton besteht aus leicht verstimmten Teiltönen, ein Zeichentrick-Boing ist ein Sinuston, dessen Frequenz schwingt und dabei abklingt.
Was auf jeder Soundseite steht
Zu jedem Klang gehört die Angabe, aus welchen Bausteinen er besteht, dazu drei Messwerte, die an der ausgelieferten Datei ermittelt wurden: der spektrale Schwerpunkt als Maß für Helligkeit, die Frequenz, unterhalb derer 85 Prozent der Energie liegen, und der mittlere Pegel.
Diese Werte sind nicht Zierde. Sie erlauben den Vergleich zwischen Klängen derselben Art – braunes Rauschen liegt bei 978 Hertz, weißes bei 5.520, und dieser Unterschied erklärt, warum das eine als dumpf und das andere als zischend gehört wird.
Format und Größe
Alle Dateien liegen als unkomprimiertes WAV in Mono vor, zusammen 6,9 Megabyte. Das ist größer als ein MP3 und hat zwei Gründe: Bei gleichmäßigem Rauschen erzeugt verlustbehaftete Kompression an den Übergängen einer Wiederholung hörbare Artefakte, und wer einen Klang weiterverarbeiten will, fährt mit dem unkomprimierten Material besser.
Geladen wird eine Datei erst beim Antippen. Eine Seite mit vierzig Pads kostet beim Aufrufen also nichts außer dem Text, den Sie gerade lesen.
Wer eine kleinere Datei braucht, wandelt sie mit jedem gängigen Audioprogramm um – für ein Video oder eine Präsentation reicht ein MP3 mit 128 kBit/s.
Code statt Datei
Zu den meisten Klängen gehört auf der jeweiligen Seite der Code, der sie mit der Web Audio API direkt im Browser erzeugt – dieselbe Rechenvorschrift wie die WAV-Datei, nur zur Laufzeit statt beim Bau. Wer einen Ton in einer eigenen Oberfläche braucht, muss also keine Datei ausliefern.
Dabei sind zwei Dinge zu beachten. Der Code steht wie die Dateien unter CC0 und darf
ohne Nennung übernommen und verändert werden. Und ein AudioContext darf in
den meisten Browsern erst nach einer Nutzeraktion starten: der Aufruf gehört in einen
Klick-Handler, nicht in den Seitenaufbau.
Reproduzierbarkeit
Der Zufallszahlengenerator, aus dem das Rauschen entsteht, läuft mit einem festen Startwert. Das klingt nach einer Kleinigkeit und hat eine praktische Folge: Wird die Seite neu gebaut, entstehen exakt dieselben Dateien wie zuvor, Bit für Bit. Eine Spur, die jemand heute herunterlädt, ist dieselbe, die er in einem Jahr wiederfindet.
Das ist auch der Grund, warum sich die Herkunft hier überprüfen lässt statt nur behaupten. Zu jedem Klang gehört ein Kürzel, unter dem die zugehörige Rechenvorschrift im Quelltext steht – wer nachsehen will, woraus ein Ton besteht, findet dort die Antwort und nicht eine Zusicherung.
Die Lizenz
Alle Klänge stehen unter CC0 1.0 und sind damit gemeinfrei. Sie dürfen ohne Nennung, ohne Rückfrage und ohne Anmeldung verwendet werden – in Videos, Podcasts, Präsentationen, Apps, Spielen und auch in Produkten, die verkauft werden.
Eine Nennung ist willkommen, aber nicht erforderlich. Wer eine braucht, schreibt Tonlabor.
Was sich nicht rechnen lässt
Der Weg hat eine Grenze, und es ist ehrlicher, sie zu benennen als sie zu verschweigen. Echte Tierstimmen, menschliche Stimmen, Musikinstrumente mit ihrem charakteristischen Anschlag, das Geräusch eines bestimmten Automodells – all das entsteht aus physikalischen Vorgängen, die zu verwickelt sind, um sie überzeugend nachzurechnen. Eine Synthese davon klingt nach Synthese, und das merkt jeder.
Deshalb fehlen hier Gruppen, die man auf anderen Soundboards findet. Was bleibt, ist der Bereich, in dem die Rechnung dem Original ebenbürtig oder überlegen ist: Rauschen jeder Färbung, reine und zusammengesetzte Töne, Impulse, Gleittöne und alles, was aus elektronischen Tongeneratoren ohnehin stammt. Bei einem Acht-Bit-Spielton ist die Synthese nicht die Nachbildung des Originals – sie ist dasselbe Verfahren.