Tongenerator
Frequenz wählen. Klang entdecken.
20–20.000 Hz · Vier Wellenformen · Zwei Kanäle
Leise anfangen – besonders mit Kopfhörern.
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Was die vier Wellenformen unterscheidet
Bei gleicher Frequenz klingen sie verschieden, weil sie verschiedene Obertöne enthalten. Der Sinus hat gar keine – er ist der einzige Klang ohne jeden Oberton und wirkt dadurch weich und etwas körperlos. Das Rechteck enthält nur die ungeradzahligen Obertöne und klingt hohl und schneidend; es ist die Wellenform der frühen Spielkonsolen. Das Dreieck enthält dieselben Obertöne, aber viel schwächer, und liegt klanglich zwischen Sinus und Rechteck. Der Sägezahn enthält alle Obertöne und ist der hellste und schärfste der vier.
Der zweite Kanal und was eine Schwebung ist
Steht der zweite Kanal über null, läuft ein zweiter Ton mit, dessen Frequenz um genau diesen Wert höher liegt. Zwei Töne mit geringem Abstand erzeugen eine periodische Lautstärkeänderung: Bei einem Unterschied von zwei Hertz schwillt der Klang zweimal pro Sekunde an und ab, bei 0,3 Hertz etwa alle drei Sekunden. Das ist eine Schwebung, und sie entsteht im Schallfeld – nicht im Kopf.
Wer über Kopfhörer hört, bekommt zusätzlich den Effekt, den die Literatur binaurale Schwebung nennt: Weil jedes Ohr nur einen der beiden Töne erreicht, entsteht das Pulsieren erst beim Hören. Was dazu gelegentlich behauptet wird – dass bestimmte Schwebungsfrequenzen Hirnwellen in einen gewünschten Zustand bringen, dass einzelne Frequenzen heilen oder „Solfeggio"-Töne eine besondere Wirkung hätten – wird auf dieser Seite nicht behauptet. Die Physik der Schwebung ist unstrittig; alles darüber hinaus ist es nicht, und eine Seite, die das eine erklärt, sollte das andere nicht nebenbei mitverkaufen.
Wofür ein Tongenerator praktisch taugt
Zum Stimmen: 440 Hertz ist der heute übliche Kammerton a′, 432 Hertz eine verbreitete Alternative ohne akustischen Vorzug. Zum Prüfen von Lautsprechern: Wer die Frequenz langsam von 20 Hertz aufwärts zieht, hört, ab wo ein Gerät überhaupt etwas wiedergibt – viele Telefonlautsprecher beginnen erst bei etwa 300 Hertz. Zum groben Einschätzen des eigenen Gehörs: Die obere Hörgrenze sinkt mit dem Alter, von etwa 20.000 Hertz in der Jugend auf 12.000 bis 15.000 Hertz im mittleren Alter. Das ersetzt keine Untersuchung, zeigt aber, dass der Effekt real ist.
Lautstärke
Ein reiner Dauerton wirkt leiser, als er ist, weil ihm die Abwechslung fehlt, an der das Gehör Lautheit festmacht. Die Voreinstellung liegt deshalb bewusst niedrig. Bei hohen Frequenzen und über Kopfhörer gilt das doppelt: Dort richtet dauerhafte Beschallung Schaden an, lange bevor sie unangenehm wird.
Frequenz und Tonhöhe hängen logarithmisch zusammen
Eine Verdopplung der Frequenz ergibt immer eine Oktave, egal wo man anfängt: von 110 auf 220 Hertz ist derselbe Abstand wie von 440 auf 880. In Hertz gerechnet sind das 110 gegen 440 – viermal so viel für denselben gehörten Sprung. Deshalb ist ein linearer Regler in den tiefen Lagen zu grob und in den hohen zu fein, und deshalb steht neben dem Regler ein Zahlenfeld.
Praktisch heißt das auch: Ein Unterschied von zehn Hertz ist bei 100 Hertz deutlich hörbar und bei 5.000 Hertz kaum. Wer zwei Töne vergleichen will, sollte sie deshalb nicht nach ihrem Abstand in Hertz beurteilen, sondern nach ihrem Verhältnis.