Morsecode
Punkt. Strich. Ton. Morsecode übersetzen, das Alphabet lesen und Zahlen senden
Text in beide Richtungen · 5 bis 25 Wörter pro Minute · Ton als WAV
Der Ton entsteht hier aus einer Rechnung, genauso wie die 42 Klänge des Soundboards – nur dass er die Länge selbst mitbringt.
Leerzeichen trennt Buchstaben, Schrägstrich trennt Wörter.
Eine Einheit dauert 100 Millisekunden.
Hören und raten
Ein zufälliger Buchstabe, im eingestellten Tempo und in der eingestellten Tonhöhe. Tippe, was du gehört hast.
Noch nichts gespielt.
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Text in Morsecode übersetzen und zurück
Das Feld oben arbeitet in beide Richtungen. Wer Text eintippt, bekommt Punkte und Striche; wer Punkte und Striche einfügt, bekommt Text zurück. Dazwischen steht keine Übersetzung im eigentlichen Sinn, sondern eine Tabelle: Jedem Buchstaben ist genau eine Folge zugeordnet, und die Zuordnung ist seit 1865 im Kern unverändert. Wer Morsecode übersetzen will, schlägt also nach. Es gibt nichts zu interpretieren und keine Mehrdeutigkeit, solange die Lücken stimmen.
Genau die Lücken sind der Grund, warum eine geschriebene Zeile aus Punkten und Strichen weniger eindeutig ist als der gehörte Ton. ...---... ohne Lücken ist das Notzeichen, ... --- ... mit Lücken sind die drei Buchstaben S, O und S. Dieselben neun Töne, zwei verschiedene Nachrichten. Auf dieser Seite trennt ein Leerzeichen die Buchstaben und ein Schrägstrich die Wörter, damit beim Kopieren nichts verloren geht.
Morsecode übersetzen heißt deshalb immer: auf die Lücken achten. Die Rückrichtung verzeiht mehr, als man erwartet. Ein überzähliges Leerzeichen zerlegt ein Zeichen in zwei, ein fehlendes verschmilzt zwei zu einem, und beides ergibt meist Unsinn, der sofort auffällt, statt eines plausibel falschen Worts. Das ist kein Zufall: Häufige Buchstaben haben kurze Zeichen, seltene lange, und diese Ungleichverteilung macht Fehler sichtbar, statt sie zu verstecken.
Das Alphabet mit Zahlen und Satzzeichen
Die folgende Tabelle ist der internationale Morsecode, wie ihn die ITU-Empfehlung M.1677-1 festhält. Das E ist ein einziger Punkt, das T ein einziger Strich. Die beiden häufigsten Buchstaben im Englischen bekamen die kürzesten Zeichen, das Q braucht vier Töne, jede Ziffer braucht fünf. Wer das Alphabet lernen will, fängt deshalb sinnvollerweise nicht bei A an, sondern bei E, T, A, I, N und M.
| Zeichen | Code | Zeichen | Code |
|---|---|---|---|
| A | .- | S | ... |
| B | -... | T | - |
| C | -.-. | U | ..- |
| D | -.. | V | ...- |
| E | . | W | .-- |
| F | ..-. | X | -..- |
| G | --. | Y | -.-- |
| H | .... | Z | --.. |
| I | .. | 0 | ----- |
| J | .--- | 1 | .---- |
| K | -.- | 2 | ..--- |
| L | .-.. | 3 | ...-- |
| M | -- | 4 | ....- |
| N | -. | 5 | ..... |
| O | --- | 6 | -.... |
| P | .--. | 7 | --... |
| Q | --.- | 8 | ---.. |
| R | .-. | 9 | ----. |
Satzzeichen kommen im Funk selten vor, stehen aber im selben Standard: . .-.-.- · , --..-- · ? ..--.. · ! -.-.-- · / -..-. · - -....- · = -...- · + .-.-. · : ---... · ( -.--. · ) -.--.- · " .-..-. · ' .----. · @ .--.-.. Wer eine Nachricht aufschreibt, lässt sie meist weg.
Nicht im internationalen Alphabet stehen die deutschen Zeichen: Ä .-.- · Ö ---. · Ü ..-- · ß ...--... Sie stammen aus dem kontinentalen Telegrafencode. Das Werkzeug oben kennt sie und setzt sie ein, wenn sie im Text stehen; wer international sendet, schreibt besser ae, oe, ue und ss.
Zahlen, SOS und was dazwischen liegt
Die zehn Zahlen folgen einem Muster, das man sich in einer Minute merkt. Die 1 ist ein Punkt und vier Striche, die 2 sind zwei Punkte und drei Striche, und so weiter bis zur 5 aus fünf Punkten. Ab der 6 kippt es zurück: Sie ist ein Strich und vier Punkte, die 0 sind fünf Striche. Jede Ziffer ist genau fünf Töne lang.
Dass Zahlen immer die volle Länge haben, macht sie im Empfang spürbar schwerfälliger als Buchstaben. Im Amateurfunk sind deshalb verkürzte Formen üblich, bei denen die 0 wie ein T und die 9 wie ein N gesendet wird. Das ist Konvention unter Geübten, kein Standard, und in einer Nachricht an Unbekannte eine schlechte Idee.
SOS ist der bekannteste Sonderfall und zugleich ein verbreitetes Missverständnis. Die Folge wird als ein Zeichen gesendet, also ohne die dreifachen Lücken zwischen den Buchstaben, und sie steht für keine Wörter. Gewählt wurde sie 1906 auf einer Funkkonferenz in Berlin, weil sie in jeder Empfangslage als zusammenhängendes Muster erkennbar bleibt. Der Knopf oben setzt sie richtig ein, also ohne Buchstabenlücken. Den Unterschied hört man sofort.
Wie schnell man sendet und was das Tempo kostet
Tempo wird in Wörtern pro Minute gemessen, und das Referenzwort ist PARIS. Es ist inklusive der abschließenden Wortlücke genau 50 Einheiten lang, was die Rechnung angenehm einfach macht: Bei n Wörtern pro Minute dauert eine Einheit 1200 geteilt durch n Millisekunden.
| Tempo | Eine Einheit | PARIS |
|---|---|---|
| 5 WpM | 240 ms | 12,0 s |
| 12 WpM | 100 ms | 5,0 s |
| 20 WpM | 60 ms | 3,0 s |
| 25 WpM | 48 ms | 2,4 s |
Die fünf Zeitanteile, aus denen sich alles zusammensetzt, stehen in derselben Empfehlung wie die Zeichen selbst:
- Punkt (dit) – 1 Einheit, der kurze Ton.
- Strich (dah) – 3 Einheiten, der lange Ton, exakt dreimal so lang.
- Lücke im Zeichen – 1 Einheit, zwischen den Tönen eines Buchstabens.
- Lücke zwischen Zeichen – 3 Einheiten, zwischen zwei Buchstaben.
- Lücke zwischen Wörtern – 7 Einheiten, die Pause, die ein Leerzeichen ersetzt.
Wer Morsecode lernen will, merkt hier zuerst, dass es nicht um Geschwindigkeit geht, sondern um Verhältnisse. Daraus folgt eine Eigenheit, die Anfänger überrascht: Zwischen zwei Buchstaben liegen drei Einheiten, zwischen zwei Wörtern sieben. Bei 12 Wörtern pro Minute sind das 300 und 700 Millisekunden, lange genug, um sie zu verwechseln, wenn man den Rhythmus nicht mitzählt. Wer Morsecode lernen will, übt deshalb von Anfang an mit den richtigen Lücken und nicht mit künstlich auseinandergezogenen.
Der Ton selbst ist eine reine Sinusschwingung, deren Flanken über wenige Millisekunden ein- und ausgeblendet werden. Diese Weichheit ist kein Schönheitsmerkmal: Ein hart geschalteter Ton erzeugt an jeder Kante ein breites Knacken, das im Funk benachbarte Frequenzen stört. Ein sauber eingestelltes Funkgerät macht es genauso.
Wofür Morsecode heute noch taugt
Im Seefunk ist er abgelöst. Geblieben ist er dort, wo seine eine echte Stärke zählt: Eine Tastfunkverbindung belegt kaum Bandbreite und kommt mit sehr wenig Leistung aus. Wo für Sprache das Signal nicht mehr reicht, trägt ein einzelner Ton noch, und ein Mensch hört ihn aus einem Rauschen heraus, an dem jede Automatik scheitert. Im Amateurfunk ist das bis heute der Grund, warum die Betriebsart lebt.
Der zweite Ort ist die Luftfahrt. Funkfeuer senden ihre dreibuchstabige Kennung im Hintergrund als Morsezeichen mit, damit sich ohne Blick auf ein Display prüfen lässt, welche Station der Empfänger gerade fängt. Wer einmal darauf geachtet hat, erkennt es in jeder Aufnahme aus einem Flugzeugfunk wieder.
Und dann gibt es die Verwendung, die am häufigsten hierher führt und mit Funk nichts zu tun hat: ein Datum, ein Name oder ein kurzes Wort, das als Punkte und Striche auf ein Armband, einen Anhänger oder in eine Zeichnung soll. Dafür reicht die Tabelle oben, und der Ton ist die Probe. Wer die Folge einmal gehört hat, merkt sofort, wenn ein Punkt zu viel darin steckt.