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Wie lang ein Blogartikel sein sollte

Warum es keine richtige Wortzahl gibt, welche Länge zu welcher Art von Frage passt und woran man erkennt, dass ein Text zu lang geraten ist.

Erschienen · Überarbeitet

Die Frage nach der richtigen Länge wird so oft gestellt, dass es dafür Faustregeln gibt – meist eine Zahl zwischen dreihundert und zweitausend Wörtern. Jede dieser Zahlen ist für irgendeinen Fall richtig und für die meisten falsch.

Die Länge folgt der Frage

Entscheidend ist, was der Text beantworten soll. „Wann hat die Bibliothek geöffnet” braucht zwei Sätze; alles darüber hinaus ist im Weg. „Wie richte ich einen Heimserver ein” braucht mehrere tausend Wörter, weil die Antwort nun einmal so lang ist.

Daraus ergibt sich die einzige brauchbare Regel: So lang, dass die Frage vollständig beantwortet ist, und keinen Absatz länger. Wer eine Zielwortzahl vorgibt, schreibt entweder zu knapp oder füllt auf – beides ist schlechter als die richtige Länge.

Was die Beobachtungen hergeben

Auswertungen über große Mengen von Beiträgen zeigen regelmäßig, dass längere Texte häufiger geteilt werden und häufiger Verweise erhalten. Daraus wird gern geschlossen, man solle länger schreiben. Der Schluss ist falsch herum: Gründliche Texte sind meist länger, aber Länge macht einen Text nicht gründlich.

Ähnliches gilt für Lesedauer und Abbruchquoten. Entsprechende Erhebungen zur Länge von Beiträgen und Beiträgen in sozialen Netzwerken sind seit Jahren verfügbar (Quelle); sie zeigen Durchschnitte über viele Seiten hinweg, nicht die richtige Länge für den einen Text, den man gerade schreibt.

Richtwerte nach Textsorte

Eine kurze Mitteilung oder Ankündigung kommt mit zwei- bis dreihundert Wörtern aus. Eine Antwort auf eine abgegrenzte Frage liegt meist zwischen fünf- und achthundert. Eine Anleitung mit mehreren Schritten landet bei tausend bis zweitausend. Eine Übersicht, die ein ganzes Thema abdeckt, auch darüber.

Diese Spannen sind keine Vorgaben, sondern das, was sich beim Schreiben ergibt, wenn man die Frage vollständig und ohne Umwege beantwortet.

Woran man zu lange Texte erkennt

Drei Anzeichen sind verlässlich. Erstens die Wiederholung: Derselbe Gedanke steht in Absatz zwei und in Absatz neun, nur anders formuliert. Zweitens die Hinführung: Die ersten drei Absätze erklären, warum das Thema wichtig ist, statt es zu behandeln. Drittens der Nachspann: Nach der eigentlichen Antwort folgt eine Zusammenfassung, die nichts hinzufügt.

Alle drei lassen sich streichen, ohne dass Information verloren geht. Wer einen fertigen Text um ein Fünftel kürzt, verbessert ihn fast immer.

Gliederung schlägt Länge

Ein Text von zweitausend Wörtern mit Zwischenüberschriften, kurzen Absätzen und gelegentlichen Aufzählungen wird gelesen. Derselbe Text als geschlossener Block wird nicht gelesen, unabhängig vom Inhalt.

Das ist am Ende der praktischere Hebel. Wer unsicher ist, ob ein Text zu lang ist, sollte ihn zuerst besser gliedern und danach noch einmal entscheiden – oft erledigt sich die Frage dabei von selbst.

Häufige Fragen

Hilft es, einen kurzen Text einfach zu verlängern?

Nein. Auswertungen zeigen, dass gründliche Texte meist länger sind – nicht, dass Länge einen Text gründlich macht. Wer auffüllt, verschlechtert ihn: Die Antwort steht dann weiter hinten, und die zusätzlichen Absätze wiederholen, was schon dasteht.

Wie kürzt man einen zu langen Text sinnvoll?

Drei Stellen lohnen zuerst: die Hinführung in den ersten Absätzen, Wiederholungen in der Mitte und die zusammenfassende Schlussbemerkung. Zusammen sind das oft ein Fünftel des Umfangs, und es geht dabei keine Information verloren.

Welche Länge passt zu welcher Textsorte?

Eine kurze Mitteilung kommt mit zwei- bis dreihundert Wörtern aus. Eine Antwort auf eine abgegrenzte Frage liegt meist zwischen fünf- und achthundert, eine Anleitung mit mehreren Schritten bei tausend bis zweitausend. Das sind keine Vorgaben, sondern das, was sich ergibt, wenn man die Frage ohne Umwege beantwortet.

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