Tonlabor

Stimmgerät

Sechs Saiten, zwei Minuten. Gitarre stimmen online: Stimmgerät mit Mikrofon oder nach Gehör

E A D G H E · Zielfrequenzen zum Nachschlagen · nichts wird aufgenommen

Ohne Mikrofon geht es auch: Der Referenzton pro Saite wird im Browser erzeugt, aus Zahlen statt aus einer Aufnahme.

– bereit

−50 bis +50 Cent

Das Mikrofon wird erst nach dem Klick gefragt. Der Ton wird im Browser ausgewertet und verlässt die Seite nicht – nichts wird aufgenommen, gespeichert oder gesendet.

Zielfrequenzen der Saiten der Gitarre, Kammerton a′ = 440 Hertz
SaiteTonFrequenz
6 · E (tief) E2 82,41 Hz
5 · A A2 110,00 Hz
4 · D D3 146,83 Hz
3 · G G3 196,00 Hz
2 · H B3 246,94 Hz
1 · E (hoch) E4 329,63 Hz

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Sechs senkrechte Linien unterschiedlicher Stärke über die volle Höhe, oben von einem Querbalken gekreuzt, auf dem sechs kleine Kreise sitzen.
Sechs Saiten, sechs Mechaniken – von der dicksten links bis zur dünnsten rechts.

Gitarre stimmen: die Reihenfolge, die Zeit spart

Eine Gitarre stimmen heißt: von der tiefen E-Saite nach oben, und am Ende noch einmal von vorn. Der zweite Durchgang ist kein Zeitvertreib: Jede Saite, die du spannst, zieht am Hals, und der Hals gibt minimal nach. Sechs Saiten einzeln perfekt zu stimmen führt deshalb zuverlässig dazu, dass die erste beim letzten Blick nicht mehr stimmt. Zwei schnelle Durchgänge sind schneller als ein langsamer.

Ein Stimmgerät online hat dabei einen praktischen Vorteil gegenüber dem Klemmgerät am Kopf: Du kannst die Zielfrequenzen danebenlegen und online nachschlagen, statt dich auf eine Leuchtanzeige zu verlassen, die nur grün oder rot kennt. Stimme außerdem immer von unten heran, also von zu tief nach oben. Eine Mechanik hat Spiel, und eine Saite, die du von oben herunterlässt, bleibt im Getriebe hängen und rutscht beim ersten kräftigen Anschlag nach. Wer über das Ziel hinausgedreht hat, geht deutlich darunter zurück und kommt von dort erneut herauf.

Die Gitarre richtig stimmen heißt zuletzt auch: ablesen, während der Ton steht. Lass die Saite während des Ablesens frei klingen und dämpfe die anderen mit dem Handballen. Ein Stimmgerät mit Mikrofon hört alles, was im Raum passiert, und zwei gleichzeitig klingende Saiten ergeben keinen Mittelwert, sondern ein Flackern zwischen zwei Tönen.

Die sechs Töne und was sie bedeuten

Die Standardstimmung heißt E A D G H E, von der dicksten zur dünnsten Saite. Die beiden äußeren sind beide ein E und liegen genau zwei Oktaven auseinander: 82,41 und 329,63 Hertz, also der vierfache Wert. Genau deshalb lohnt der Kontrollblick am Schluss – wenn die beiden E-Saiten zusammen gespielt rein klingen, stimmt meistens auch der Rest.

Wer eine Gitarre stimmen will, braucht nicht mehr als diese sechs Zahlen – alles Weitere folgt aus ihnen. Der Abstand zwischen den Saiten beträgt überall eine Quarte, außer zwischen der dritten und der zweiten: dort ist es eine große Terz. Diese eine Unregelmäßigkeit ist der Grund für fast alle Greifmuster, die sich beim Wechsel auf die hohen Saiten verschieben. Sie ist kein Zufall und auch kein Mangel, sondern ein Kompromiss, der Akkorde über sechs Saiten mit einer Hand greifbar macht.

Wer eine englischsprachige Anzeige benutzt, sieht für die zweite Saite ein B statt eines H. Beide meinen 246,94 Hertz. Die deutsche Benennung reserviert das B für den Ton, der international als B flat geschrieben wird – eine historische Eigenheit, die beim Stimmen nur dann stört, wenn man sie nicht kennt.

Die Gitarre nach Gehör stimmen, wenn kein Mikrofon da ist

Die Gitarre nach Gehör stimmen geht auch ohne Stimmgerät – die klassische Methode braucht nur eine korrekt gestimmte Saite. Greife die tiefe E-Saite im fünften Bund: Das ergibt ein A und muss genauso klingen wie die leere A-Saite darüber. Dasselbe im fünften Bund der A-Saite für D, im fünften der D-Saite für G. Beim Übergang von der G- zur H-Saite wird es der vierte Bund, weil dort die Terz sitzt, und danach wieder der fünfte.

Gehört wird dabei nicht die Tonhöhe, sondern die Schwebung: Zwei fast gleiche Töne erzeugen ein langsames Pulsieren der Lautstärke, und je langsamer es wird, desto näher bist du. Verschwindet es ganz, stimmen beide überein. Dieses Pulsieren ist dasselbe Phänomen, das der Tongenerator mit zwei Kanälen sichtbar macht.

Die Gitarre nach Gehör stimmen hat allerdings eine bekannte Schwäche: Die Methode überträgt jeden Fehler weiter. Ist die tiefe E-Saite um zehn Cent zu hoch, ist am Ende die ganze Gitarre um zehn Cent zu hoch – in sich stimmig, aber neben jedem anderen Instrument falsch. Deshalb beginnt sie mit einem Referenzton von außen, und genau dafür ist der Knopf oben da.

Warum sich eine Gitarre online wie offline nie ganz sauber stimmen lässt

Wer die leeren Saiten exakt auf die Zielfrequenzen bringt und dann einen Dur-Akkord im zweiten Bund greift, hört häufig trotzdem etwas Unsauberes. Das ist kein Stimmfehler. Eine gegriffene Saite wird beim Herunterdrücken gedehnt und damit minimal höher, und zwar um so mehr, je höher die Saitenlage ist und je dicker die Saite. Gleichzeitig ist die Bundeinteilung ein Kompromiss: Sie teilt die Oktave in zwölf gleiche Schritte, während reine Terzen und Quinten dort nicht exakt hineinpassen.

Praktisch heißt das: Ein Stimmgerät bringt dich auf die Zielfrequenz, den Rest entscheidet dein Repertoire. Stimme dort rein, wo du spielst. Wer vor allem Akkorde in den ersten Bünden greift, kann die H-Saite zwei bis drei Cent tiefer lassen, und die offenen Dur-Akkorde klingen ruhiger. Das ist keine Fehlstimmung, sondern dieselbe Entscheidung, die Klavierstimmer seit jeher treffen.

Was das Stimmgerät über das Mikrofon hört

Beim Gitarre stimmen über das Mikrofon entscheidet vor allem, wie gemessen wird. Die Erkennung arbeitet über die Länge der Schwingungsperiode, nicht über ein Frequenzspektrum. Der Unterschied zählt bei der tiefen E-Saite: Ein Spektrum mit üblicher Auflösung kann 82 und 83 Hertz dort kaum trennen, und zwanzig Cent Unterschied sind hörbar. Über die Periode gemessen bleibt die Abweichung gegen synthetische Testtöne über den ganzen Bereich unter einem hundertstel Halbton.

Wer die Gitarre richtig stimmen will, achtet zuerst auf die Umgebung: Die Grenze liegt nicht in der Rechnung, sondern im Raum. Ein laufender Lüfter, ein Gespräch nebenan oder ein zweites Instrument kosten mehr Genauigkeit als jede Formel wieder hereinholt. Wenn die Anzeige zappelt, hilft Stille zuverlässiger als ein anderes Stimmgerät. Der Ton selbst wird dabei im Browser ausgewertet und verlässt die Seite nicht.

Häufige Fragen

Warum heißt die zweite Saite H und nicht B?

Weil der deutsche Sprachraum den Ton, den der Rest der Welt B nennt, H nennt – und B für das um einen Halbton tiefere b reserviert. Ein englischsprachiges Stimmgerät zeigt für dieselbe Saite B an. Gemeint ist derselbe Ton, 246,94 Hertz. Dieses Stimmgerät zeigt die internationale Schreibweise an und nennt die Saite in der Tabelle H, damit beides zusammenfindet.

Mein Stimmgerät springt zwischen zwei Tönen hin und her.

Dann hört es mehr als eine Saite. Dämpfe die übrigen mit der Handfläche ab und spiel nur die eine an. Der zweite häufige Grund ist eine sehr leise oder schon ausgeklungene Saite: Die Anzeige braucht einen klaren Ton, nicht den Nachhall. Spiel kräftig an und lies ab, während der Ton noch steht.

Wie genau ist Stimmen über das Mikrofon?

Die Erkennung arbeitet über die Periodenlänge und nicht über ein Frequenzspektrum, was bei tiefen Saiten den Unterschied macht: Gegen synthetische Töne gemessen liegt die Abweichung über den ganzen Bereich unter einem hundertstel Halbton. Die Begrenzung ist in der Praxis nicht die Rechnung, sondern der Raum – ein Lüfter oder ein Gespräch nebenan kostet mehr Genauigkeit als jede Formel.

Geht das auch ohne Mikrofon?

Ja. Tippe eine Saite in der Leiste an, dann erklingt ihr Zielton, und du stimmst nach Gehör dagegen. Die Zielfrequenzen stehen außerdem als Tabelle auf dieser Seite, sodass du sie an einem anderen Gerät nachschlagen kannst.

Warum verstimmt sich die Gitarre nach dem Saitenwechsel ständig?

Neue Saiten dehnen sich. Das ist kein Fehler des Stimmgeräts und auch keiner der Mechaniken: Nylon braucht dafür Tage, Stahl einige Stunden Spielzeit. Zieh eine neue Saite nach dem Aufziehen ein paarmal vorsichtig vom Griffbrett weg und stimme danach erneut – das nimmt den größten Teil der Dehnung vorweg.

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