Tonlabor

Stimmgerät

Vier Saiten, tief unten. Bass stimmen online – mit Mikrofon oder nach Gehör

E A D G · ab 41 Hertz · nichts wird aufgenommen

Die tiefe E-Saite liegt bei 41 Hertz – ob dein Lautsprecher da überhaupt noch mitkommt, klärt der Tieftonteil des Hörtests.

– bereit

−50 bis +50 Cent

Das Mikrofon wird erst nach dem Klick gefragt. Der Ton wird im Browser ausgewertet und verlässt die Seite nicht – nichts wird aufgenommen, gespeichert oder gesendet.

Zielfrequenzen der Saiten des Basses, Kammerton a′ = 440 Hertz
SaiteTonFrequenz
4 · E (tief) E1 41,20 Hz
3 · A A1 55,00 Hz
2 · D D2 73,42 Hz
1 · G G2 98,00 Hz

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Warum ein Bass das schwierigste Instrument zum Stimmen ist

Nicht wegen der Saiten, sondern wegen der Physik. Die tiefe E-Saite schwingt mit 41,20 Hertz, also etwa einmal alle 24 Millisekunden. Ein Messgerät braucht mehrere vollständige Schwingungen für eine verlässliche Aussage, und das bedeutet zwangsläufig: Eine Bassmessung dauert länger als eine Gitarrenmessung, und sie verträgt weniger Störung.

Dazu kommt eine Eigenheit, über die fast jeder Bassist schon gestolpert ist: Bei einer angeschlagenen tiefen Saite ist der Grundton oft leiser als sein erster Oberton eine Oktave darüber. Ein Stimmgerät, das einfach den lautesten Anteil im Signal nimmt, zeigt deshalb regelmäßig E2 statt E1 – eine ganze Oktave daneben, ohne dass am Instrument irgendetwas falsch wäre.

Die Erkennung auf dieser Seite misst nicht die Lautstärke einzelner Anteile, sondern die Länge der Schwingungsperiode, und sie nimmt bewusst die erste passende Periode statt der deutlichsten. Genau das ist der Unterschied zwischen E1 und E2. Nach unten endet der ausgewertete Bereich bei 38 Hertz; was darunter liegt, bekommt keine Anzeige statt einer geratenen.

Die Reihenfolge und der zweite Durchgang

Von der tiefen E-Saite nach oben und danach noch einmal von vorn. Bei einem Bass lohnt der zweite Durchgang mehr als bei jedem anderen Saiteninstrument: Die Saitenspannung ist hoch, der Hals ist lang, und jede gespannte Saite verändert die Lage der übrigen messbar. Vier einzeln perfekt gestimmte Saiten sind am Ende regelmäßig wieder leicht daneben.

Stimme von unten herauf. Wer über das Ziel hinausdreht, geht deutlich darunter zurück und kommt neu heran. Eine Bassmechanik hat spürbares Spiel, und eine von oben herangeführte Saite rutscht beim ersten kräftigen Anschlag nach.

Miss möglichst rein akustisch, also ohne Verstärker im selben Raum. Ein Lautsprecher, der dieselben tiefen Frequenzen abstrahlt, die das Mikrofon aufnehmen soll, ist die zuverlässigste Methode, eine Anzeige zum Zappeln zu bringen.

Nach Gehör stimmen

Der Bass ist durchgehend in Quarten gestimmt, ohne die Unregelmäßigkeit, die eine Gitarre zwischen der dritten und zweiten Saite hat. Das macht das Stimmen nach Gehör einfacher: Jede Saite im fünften Bund gegriffen ergibt den Ton der nächsten leeren Saite darüber. Fünfter Bund der E-Saite ist A, fünfter Bund der A-Saite ist D, fünfter Bund der D-Saite ist G. Keine Ausnahme, kein vierter Bund.

Gehört wird die Schwebung, nicht die Tonhöhe: Zwei fast gleiche Töne lassen die Lautstärke langsam pulsieren, und je langsamer, desto näher bist du. In tiefen Lagen ist dieses Pulsieren besonders gut zu hören – was das Stimmen nach Gehör beim Bass angenehmer macht als bei hohen Instrumenten. Dasselbe Phänomen lässt sich am Tongenerator gezielt erzeugen.

Auch hier gilt: Die Methode überträgt jeden Fehler der Startsaite auf alle folgenden. Ein Referenzton von außen gehört an den Anfang, und dafür ist der Knopf oben da.

Drop D und andere abweichende Stimmungen

Drop D ist die häufigste Abweichung: Die tiefe E-Saite wird um einen Ganzton auf D heruntergestimmt, von 41,20 auf 36,71 Hertz. Das liegt unterhalb des Bereichs, den die Erkennung hier auswertet – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil eine Messung dort mehrere Zehntelsekunden bräuchte und trotzdem unruhig bliebe. Stimme die Saite in diesem Fall nach Gehör: Im zwölften Bund gegriffen muss sie genau eine Oktave über der leeren Saite klingen, und im siebten Bund ergibt sie das A der Nachbarsaite.

Einen Halbton tiefer, also Es As Des Ges, ist die zweite verbreitete Variante. Hier bleibt alles im messbaren Bereich, nur die Zielwerte verschieben sich: Jeder Ton liegt beim 0,944-fachen seines Ausgangswerts. Die Anzeige nennt dann Es, As, Des und Ges, und solange sie das gleichmäßig tut, ist die Stimmung in sich richtig.

Bedenke bei jeder abweichenden Stimmung die Saitenspannung. Ein kompletter Halbton nach unten nimmt spürbar Zug vom Hals, und ein Bass, der dauerhaft tiefer gestimmt wird, braucht meist eine Nachjustierung am Halsstab und an der Saitenlage. Das ist kein Stimmproblem, fällt aber beim Stimmen zuerst auf: Die Saiten scheppern dort, wo sie vorher sauber klangen.

Häufige Fragen

Mein Stimmgerät zeigt beim Bass eine Oktave zu hoch an.

Das ist der häufigste Fehler billiger Stimmgeräte und kein Fehler deines Basses. Bei 41 Hertz ist der Grundton oft leiser als sein erster Oberton bei 82 Hertz, und ein Gerät, das einfach den lautesten Anteil nimmt, liest die Oktave darüber. Dieses Stimmgerät sucht die Periodendauer und nimmt bewusst die erste passende und nicht die deutlichste – deshalb zeigt es E1 und nicht E2.

Funktioniert das auch mit einem Fünfsaiter?

Für die vier oberen Saiten ja. Das tiefe H eines Fünfsaiters liegt bei 30,87 Hertz und damit unterhalb des Bereichs, den diese Erkennung auswertet; sie zeigt dort lieber nichts an, als zu raten. Stimme die H-Saite in diesem Fall nach Gehör gegen die leere E-Saite: im fünften Bund gegriffen ergibt die H-Saite ein E.

Warum klingt die Anzeige so unruhig?

Tiefe Töne brauchen Zeit. Eine Schwingung bei 41 Hertz dauert 24 Millisekunden, und eine verlässliche Messung braucht mehrere davon. Spiel die Saite kräftig an und lies ab, während der Ton steht, nicht im Ausklang. Ein Verstärker im selben Raum macht es zusätzlich schwer – am saubersten misst es rein akustisch.

Geht es auch ohne Mikrofon?

Ja. Tippe eine Saite an, dann erklingt ihr Zielton, und du stimmst nach Gehör dagegen. Die vier Frequenzen stehen außerdem als Tabelle auf dieser Seite.

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