Stimmgerät
Vier Saiten, reine Quinten. Geige stimmen online – mit Mikrofon oder nach Gehör
G D A E · Kammerton a′ = 440 Hz · nichts wird aufgenommen
Vier Saiten in Quinten, und dazwischen das Ohr: Wie weit deins nach oben reicht, sagt der Hörtest.
−50 bis +50 Cent
Das Mikrofon wird erst nach dem Klick gefragt. Der Ton wird im Browser ausgewertet und verlässt die Seite nicht – nichts wird aufgenommen, gespeichert oder gesendet.
| Saite | Ton | Frequenz |
|---|---|---|
| 4 · G | G3 | 196,00 Hz |
| 3 · D | D4 | 293,66 Hz |
| 2 · A | A4 | 440,00 Hz |
| 1 · E | E5 | 659,26 Hz |
Mehr aus dem Tonlabor: chromatisches Stimmgerät · Gitarre · Bass · Ukulele · alle Werkzeuge
Bei der A-Saite anfangen
Die A-Saite ist das Kammerton-A mit 440 Hertz, der Bezugston, auf den sich im Orchester alles einstimmt. Von dort geht es in Quinten nach außen: nach unten D und G, nach oben E. Technisch wäre jede Reihenfolge möglich, aber die Gewohnheit hat einen praktischen Kern – die A-Saite liegt in der Mitte, und von der Mitte aus bleibt die Spannung auf der Decke am gleichmäßigsten verteilt.
Für kleine Korrekturen nimm die Feinstimmer am Saitenhalter, für alles Größere den Wirbel. Die Feinstimmer haben wenig Weg; wer sie bis zum Anschlag dreht, steht beim nächsten Mal ohne Reserve da. Dreh sie dann weit zurück, stimme grob am Wirbel und hol den Rest unten wieder.
Wirbel wollen behutsam behandelt werden. Sie halten durch Reibung in einer konischen Bohrung, und die Reibung ändert sich mit der Luftfeuchtigkeit: Im Winter sitzen sie fest, im Sommer rutschen sie. Beim Drehen wird der Wirbel leicht in Richtung Wirbelkasten gedrückt, nie nur gedreht.
Warum ein Stimmgerät hier nur die halbe Antwort gibt
Eine Geige wird in reinen Quinten gestimmt. Ein Stimmgerät zeigt dagegen die gleichstufige Stimmung, in der jede Oktave in zwölf exakt gleiche Schritte geteilt ist – und in dieser Teilung ist eine Quinte knapp zwei Cent enger als eine reine. Zwei Cent klingen nach nichts, aber über drei Quinten von der E- bis zur G-Saite summieren sie sich auf etwa sechs, und das ist hörbar.
Praktisch heißt das: Stimme die A-Saite nach Anzeige und die übrigen nach Gehör gegen ihre Nachbarin. Streich dazu zwei benachbarte Saiten gleichzeitig und hör auf die Schwebung – das langsame Pulsieren der Lautstärke, das verschwindet, wenn das Intervall rein ist. Genau dieses Verschwinden ist das Ziel, nicht ein grüner Punkt auf einer Anzeige.
Wer mit Klavier zusammenspielt, macht es umgekehrt und stimmt alle vier Saiten nach Anzeige: Dann passen die Saiten zum Klavier, auch wenn die Quinten untereinander nicht ganz rein sind. Welche der beiden Varianten richtig ist, hängt also nicht vom Instrument ab, sondern davon, womit es zusammenklingen soll.
Was das Mikrofon hört
Die Erkennung misst die Länge der Schwingungsperiode. Über den Bereich der Geige – 196 bis 659 Hertz für die leeren Saiten – bleibt die Abweichung gegen synthetische Testtöne unter einem hundertstel Halbton. Ein gestrichener Ton ist dabei dankbarer als ein gezupfter, weil er steht, statt sofort abzuklingen.
Streich gleichmäßig und nicht zu kräftig, und lass nur eine Saite klingen. Zwei gleichzeitig ergeben keinen Mittelwert, sondern ein Flackern zwischen zwei Tönen – für das Stimmen nach Gehör ist das genau richtig, für die Anzeige nicht. Der Ton wird im Browser ausgewertet und verlässt die Seite nicht.
Warum die Stimmung nicht hält
Eine Geige reagiert auf Wetter wie kaum ein anderes Instrument. Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie ab, Decke und Boden arbeiten dabei, und die Saitenspannung ändert sich mit. Ein Instrument, das aus dem kalten Auto in einen geheizten Raum kommt, ist nach zwanzig Minuten anders gestimmt als beim Auspacken – das ist normal und kein Mangel.
Neue Saiten dehnen sich außerdem über mehrere Tage. Zieh eine frisch aufgezogene Saite vorsichtig vom Griffbrett weg und stimme danach neu; das nimmt den größten Teil vorweg, ersetzt aber nicht die Einspielzeit. Hält eine ältere Saite plötzlich nicht mehr, lohnt ein Blick auf den Steg: Eine in die Kerbe eingeschnittene Saite rutscht beim Stimmen ruckartig statt gleichmäßig.
Stimme den Steg bei dieser Gelegenheit gleich mit: Er soll senkrecht auf der Decke stehen, und das Stimmen zieht ihn mit der Zeit nach vorn. Ein schief stehender Steg verändert den Klang und ist auf Dauer eine Gefahr fürs Instrument.
Bratsche und Cello
Beide sind ebenfalls in reinen Quinten gestimmt, nur tiefer: Bratsche C G D A, Cello C G D A eine Oktave darunter. Das chromatische Stimmgerät nennt diese Töne genauso, und alles, was oben über Quinten und über die gleichstufige Anzeige steht, gilt dort unverändert. Nur die tiefste Cello-Saite mit 65,41 Hertz verlangt mehr Geduld, weil tiefe Töne mehr Zeit für eine verlässliche Messung brauchen.