Ratgeber · Suchmaschinen
Wie man Suchmaschinen-Rankings richtig prüft
Warum die eigene Suche im Browser täuscht, welche Daten aussagekräftig sind und wie oft eine Prüfung überhaupt sinnvoll ist.
Erschienen · Überarbeitet
Die naheliegendste Methode, die eigene Position zu prüfen, ist zugleich die unzuverlässigste: den Begriff selbst eingeben und nachsehen. Das Ergebnis, das dabei erscheint, hat mit dem, was andere sehen, wenig zu tun.
Warum die eigene Suche täuscht
Drei Gründe wirken zusammen. Erstens die Personalisierung: Wer die eigene Seite häufig aufruft, bekommt sie bevorzugt angezeigt. Zweitens der Standort: Ergebnisse unterscheiden sich zwischen Städten erheblich, bei lokalen Begriffen dramatisch. Drittens die laufende Veränderung: Dieselbe Anfrage liefert innerhalb eines Tages unterschiedliche Reihenfolgen.
Das private Fenster hilft gegen den ersten Punkt und gegen die anderen beiden nicht. Wer so prüft, misst vor allem sich selbst.
Die verlässlichste Quelle
Die Search Console zeigt die tatsächliche durchschnittliche Position über alle Nutzer, Standorte und Geräte hinweg – gemessen an echten Einblendungen, nicht an einer einzelnen Abfrage.
Dort stehen außerdem zwei Angaben, die für die Arbeit nützlicher sind als die Position selbst: wie oft eine Seite eingeblendet wurde und wie oft sie angeklickt wurde. Eine Seite mit vielen Einblendungen und wenigen Klicks steht gut und wird trotzdem nicht besucht – das ist ein Hinweis auf Titel und Beschreibung, nicht auf die Position.
Was Positionswerkzeuge leisten
Kommerzielle Werkzeuge messen regelmäßig und von einem neutralen Standort aus. Sie sind brauchbar, wenn man die Entwicklung über Monate verfolgen will, und besonders dann, wenn man sich mit Wettbewerbern vergleicht.
Ihre Schwäche: Sie messen eine Position, die so niemand sieht, weil Personalisierung und Standort fehlen. Als Richtungsanzeige taugen sie, als absolute Wahrheit nicht.
Wie oft man prüfen sollte
Deutlich seltener als üblich. Positionen schwanken von Tag zu Tag ohne erkennbaren Grund; wer täglich nachsieht, reagiert auf Zufall.
Einmal pro Monat genügt für die meisten Seiten. Entscheidend ist dabei nicht die Position einer einzelnen Anfrage, sondern die Entwicklung über mehrere Anfragen hinweg und die Zahl der Anfragen, für die man überhaupt sichtbar ist.
Die Kennzahl, die wirklich zählt
Nützlicher als jede Position ist die Zahl der verschiedenen Anfragen, über die Leser kommen. Eine Seite, die für zweihundert Anfragen irgendwo auftaucht, steht stabiler da als eine, die für fünf Anfragen vorn steht.
Der Grund liegt in der Streuung. Wer von wenigen Begriffen abhängt, verliert bei einer Änderung des Bewertungsverfahrens viel auf einmal. Wer über hunderte Begriffe verteilt gefunden wird, spürt dieselbe Änderung kaum.
Was man mit dem Ergebnis macht
Eine Prüfung ohne Folge ist verlorene Zeit. Sinnvoll sind zwei Ableitungen: Welche Seiten stehen knapp außerhalb der ersten Ergebnisseite und ließen sich mit überschaubarem Aufwand nach vorn bringen? Und über welche Anfragen kommen Leser, für die es noch gar keine eigene Seite gibt?
Beide Listen führen direkt zu konkreter Arbeit – anders als die Position selbst, die man zur Kenntnis nimmt und dann wieder vergisst.
Häufige Fragen
Warum taugt die Suche im privaten Fenster nicht?
Welche Kennzahl ist aussagekräftiger als die Position?
Was macht man mit dem Ergebnis einer Prüfung?
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